Ich möchte an dieser Stelle mal wieder etwas anderes als nen Partyflyer oder ein blödes schönes Video Posten. It´s time for Pixel-Techtalk.
Und zwar geht es um die schöne Möglichkeit das Mac OSX auch auf Applefremder Hardware zu installieren – sich einen sogenannten Hackint0sh (schönes Wort) zu bauen.
Jetzt gibt es natürlich die gute Frage warum man sich nicht einfach einen “echten” Mac kauft. Für mich stand da zuallererst einfach mal das Preisargument im Raum. Macs sind immer noch teurer als vergleichbare PC Hardware. Seit Apple 2006 auf Prozessoren von Intel setzt unterscheidet sich die Macs im Grunde nur in der Verpackung von “normalen” PCs. Und das zweite Totschlagargument ist ja einfach das es Spaß macht ein wenig mit der Technik zu spielen und diesem Multi-Millionen-Dollar-Konzern nicht noch mehr Geld in den Rachen zu werfen!
Für die Installation von OSX auf PC-Hardware gibt es es mittlerweile diverse Lösungen – Als (mir) Bekannteste wären da wohl das OsX86-Projekt, das Chameleon Projekt oder auch der/die/das Efi-X zu nennen. Wobei sich die dritte Lösung etwas von den beiden anderen absetzt, da es ein kommerzielles Produkt ist, was sich in Form eines USB-Dongles kaufen lässt.
Eben dieses EFI-X nutze ich in Produktversion v1 jetzt etwa ein halbes Jahr lang und bin im Grunde genommen auch sehr zufreiden damit. Das Efi-X ist nicht gerade billig, bei Ebay für etwa 120€, vom Händler in der Schweiz oder England ist es für weit mehr zu bekommen.
Man bekommt dafür aber auch eine schöne Verpackung mit eben diesem formschönen USB-Dongle (Ein paar Innenansichen gibts hier) der auf einen internen USB-Header des Mainboards gesteckt wird.
Efi-X unterstützt nicht jede beliebige PC-Hardware, sondern nur eine beschränkte Auswahl an Gigabyte und DFI-Mainboards und einige etwas unaktuelle Grafikkarten-Chips sowie eigentlich jeden Intel-CPU. Eine vollständige Liste an unterstützter Hardware findet sich auf der Internetseite von ASEM. Im Grunde ist Efi-X aber nur ein (Multi-)Bootloader ähnlich des auf dem Projekt von David Elliot basierenden Chameleon.
Einmal auf passender Hardware installiert lässt sich damit OSX wie auf einem Apple Mac intallieren und, das ich wichtig, updaten. Man sollte zwar stets die interne Firmware-Version des Dongles aktuell halten, ist dies allerdings der Fall kann eigentlich nichts schiefgehen und man hat stets ein aktuelles und sicheres System.
Beim Efi-X handelt es sich um ein Multi-Bootmanager, so ist es übrigens auch möglich neben dem OSX auch eine Linuxdistribution seiner Wahl oder ein Windows zu installieren. Hierbei sei angemerkt, dass jedes OS auf einer seperaten Festplatte installiert werden muss. Ich habe z.B. seit gestern Windows 7 problemlos installiert.
So, nun aber der Grund warum ich das hier schreibe – ich bin nämlich gerade richtig anepisst von dem Laden! Gestern wurde im offiziellen Efi-X-Userforum vom Admin eine kurze Nachricht gepostet, dass Efi-X v1 (das welches ich habe!) das heute erschienene Mac OSX 10.6 (Snow Leopard) nicht unterstützt, sondern nur die “neue” Version v1.1. Das wäre alles nicht so schlimm, würde eben dieser Admin nicht monatelang behaupten Efi-X würde eben auch für zukünftige Updates bereit sein. Man muss sicher kein Technikgenie sein um zu merken das es auch sicher der Fall ist, handelt es sich doch eigentlich nur um einen schicken USB-Stick.
Der Witz an der Sache ist, dass auf deren Website bereits eine v2.0 angekündigt ist. Was nun – ist ein Update auf OSX 10.6.1 dann nur noch mit eben dieser nächsten Hardwaregeneration möglich? Es bleibt zu hoffen, dass ASEM noch einlenkt und die neue Firmware (welche es ermöglicht Snow Leopard zu installieren) auch für das v1-Modul veröffentlicht.
Ich schreibe das hier natürlich nicht (nur) um meinen Frust loszuschreiben, sondern es kann auch gerne als Warnung verstanden werden die Augen beim Hackint0sh-Bau aufzuhalten. Hätte ich gewusst das die Halbwertszeit meines Dongles nur ein halbes Jahr beträgt hätte ich mit sicherheit Abstand davon genommen.
Da ich heute bereits eine Email von Apple mit der Versandbestätigung von Snow Leopard bekommen habe, werde ich nichtsdestotrotz jetzt einen genaueren Blick auf Chameleon werfen, was ja anscheinend ganz ähnlich wie das Efi-X funktioniert. Mit dem Unterschied das der Hardwareeinsatz sich lediglich auf einen USB-Stick beschränkt.
Wenn ihr Fragen zum Efi-X habt dann schießt mal los.
kleiner Nachtrag
Passend zum Thema bin ich im Netz gerade über NetBoot gestoßen. Hat zwar nur indirekt etwas mit OSX zu tun, aber zeigt auch eine wirklich schöne Lösung wenn man mal eben ein Linux braucht, oder es testen will. Das kleine Video im Anschluss zeigt was es macht:
